Wie funktioniert DAB+?

Radio

Digital, analog, UKW, FM, DAB, DAB+… beschäftigt man sich mit dem Thema, bekommt man Akronyme und Fremdwörter um die Ohren geschlagen, dass es knallt. Aber was bedeutet DAB+ eigentlich und wie funktioniert es? Wir haben uns die Technik angeschaut.

Digital versus analog
Analog verbinden viele noch mit Schallplatten oder Musikkassetten. Digital ist dagegen zum Beispiel der iPod – und diese Unterscheidung ist gar nicht so falsch.

UKW oder Ultrakurzwellen sind elektromagnetische Wellen, die sich kreisförmig vom Sendemast aus ausbreiten. Elektromagnetische Wellen können, je nach Wetterlage, eine weitere oder kürzere Strecke überwinden und durch einen Gegenpol komplett abgeschottet werden. Sie können außerdem nicht über Kabel übertragen werden. Eine UKW ist also sozusagen das Magnetband in der Kassette, oder die Rille in der Schallplatte. Dabei gilt, wie bei Kassette oder Schallplatte: eine Welle bedeutet ein Signal. Entsprechend ist eine UKW-Frequenz also für einen gewissen Umkreis für alle anderen blockiert, wenn ein Sender darauf sendet.

DAB+, also Digital Audio Broadcast+ hingegen, wird zwar auch per Funk versendet, ist aber deutlich kleiner in der Datenmenge und eher mit den Bits und Bytes auf der Festplatte des iPods zu vergleichen. Dabei werden die Daten klein verschlüsselt und an den Empfänger gesendet, der sie wieder entschlüsselt. Statt also, um bei der Kassette zu bleiben, die ganze Breite des Bandes mit einem Lied zu bespielen, werden vier Lieder parallel auf das Band gebracht. Der Empfänger pickt dann zum Beispiel nur die Datensätze, die mit „zwei“ markiert sind, und entschlüsselt diese um den Song wiederzugeben. So kann dank DAB+ deutlich mehr Radio auf deutlich weniger Frequenz gespielt werden und die Probleme mit überschneidenden Radiosignalen werden minimiert oder sogar ganz eliminiert.

Die Technik
Das DAB+-Netz läuft auf alten 7 Mhz TV-Kanälen. Durch die Komprimierung mit OFDM-Symbolen wird das Signal auf eine Taktperiode von 1/2,048 MHz reduziert, was ca. 488,3 Nanosekunden entspricht. Dadurch entsteht eine Bandbreite von 1,536 MHz, von denen maximal vier Kanäle auf einem der TV-Kanäle übertragen werden können. Die Daten werden vom Empfänger wieder dekomprimiert und zusammengesetzt, wodurch der Hörer von einer Nettodatenrate von 160 kbit/s profitiert.

Was bedeutet das jetzt?
Viele Zahlen und Fakten, die im Endeffekt eines bedeuten: das neue Netz ist deutlich weniger Störanfällig und überlagert sich nicht gegenseitig. Außerdem ist die Soundqualität vergleichbar mit der einer CD und somit deutlich höher als alles, was der analoge Standard leisten kann.