DAB+ als Propagandamittel?

Radio

2015 war DBA+ eine noch relativ neue Entwicklung, der viele Menschen kritisch gegenüberstanden. Vor allem, als der SWR im Juli 2015 diesen Artikel veröffentlichte, in dem über russische Propaganda auf deutschen DAB+-Kanälen berichtet wurde. Der deutschsprachige Sender Sputnik News Agency, kurz SNA, der ein staatlicher russischer Sender ist, konnte dank DBA+ neuerdings nicht nur online per Stream, sondern auch ganz bequem per DBA+-Empfänger am heimischen Radio gehört werden.

Politische Brisanz durch DBA+?
Kritiker des digitalen Radios waren schnell dabei, mit dem Finger auf den Sputnik News Agency Sender zu zeigen und ihn als negatives Beispiel für die Entwicklung des Radios dank DBA+ zu nennen. Es wäre viel zu einfach, der russischen Propaganda so zu verfallen, meinten Kritiker. Ob und inwiefern es sich bei dem Sender Sputnik News Agency um Propaganda handelt, sei jedem selbst überlassen. Was den Gegnern jedoch nicht klar zu sein schien: der Sender war schon lange vor der Einführung des DBA+-Standards bequem per Stream auf der Internetseite des Senders verfügbar – dank DBA+ hatte sich lediglich das Medium geändert.

In anderen Worten: Radio war schon vor DBA+ digital. Dank der digitalen Technologie haben aber auch Hörer die Chance auf das Radioprogramm, die keine stabile Internetverbindung haben.