Der Triumph des DAB+ in England

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Während Deutschland noch mit der kompletten Einführung von DAB+ und dem Abschied von alten, analogen Standards hadert und in Frankreich sogar nur in Metropolen wie Paris oder Marseille DAB+-Programme empfangen werden können, ist das digitale Radio in England schon lange zum neuen Standard geworden.

So bietet zum Beispiel überregionale und größte britische Rundfunksender, die BBC, ganze 11 Programme über DAB+ an. Dazu kommen unzählige Lokalsender und Spartenprogramme, die im Radioland England eine Renaissance feiern: in den 1960er bis 1980er Jahren war England bekannt für seine Piratensender, die durch die BBC fast ausgerottet wurden – und nun dank DAB+ als Privatsender eine Wiedergeburt ohnegleichen feiern können.

Mein Radio. Egal wann, egal wo.
Zwar sind die Empfänger für digitale Sender in England nicht wirklich günstiger als auf dem europäischen Festland. Dennoch haben deutlich mehr Menschen einen DAB-Empfänger zuhause und im Auto, als zum Beispiel in Deutschland. Das liegt daran, dass DAB+ auch in den abgelegensten Ecken Englands noch problemlos empfangen werden kann. Zwar ist nicht jeder der kleinen Sender in ganz UK verfügbar, aber die Programme von BBC1 bis BBC6 plus Spartensender wie BBC1 Xtra oder BBC5 Live Sports Extra sind im ganzen Vereinigten Königreich fast rauschfrei empfangbar. Und auch viele Autobauer haben schon reagiert: so werden neue Modelle von Vauxhall, dem englischen Opel, ab Werk mit DAB+-Radio ausgestattet und ausgeliefert. Wovon Digitalradio-Enthusiasten in Deutschland also noch träumen, ist in England schon lange etwas Alltägliches.

DAB+ fördert die Kreativität
Wie bereits erwähnt, hat DAB+ auch dafür gesorgt, dass viele kleine Sender wieder Fuß fassen konnten – und das merkt man nicht nur an der Menge an Programmen, die man über DAB+ empfangen kann. Auch die Masse der Bands, die sich in England jedes Jahr etabliert, sucht ihresgleichen. Alles dank genug Airtime für alle.